Ist das schon wieder März?

Ursprünglich veröffentlicht auf CulturBooks:
Das letzte Jahr ging doch schon viel zu schnell vorbei! Zum krönenden Abschluss durften wir uns ganz besonders freuen, dass „In Gesellschaft kleiner Bomben“ des Autors Karan Mahajan auf die Litprom-Bestenliste „Weltempfänger“ gewählt wurde! Er landete auch unter den 25 wichtigsten Büchern der Saison, die auf Spiegel Online empfohlen wurde, und erntete hervorragende Kritiken, u.a. NZZ, Deutschlandfunk, WDR, NDR,… Ist das schon wieder März? weiterlesen

„Die Lieferantin“

Seit ein paar Tagen ist er nun lieferbar bzw. in der Buchhandlung erhältlich – mein neuer Roman. Mein siebzehnter, übrigens, und wer jetzt nachschaut: Es gibt ein paar, die sind unter einem anderen Namen erschienen, und dann gibt es noch welche, die sind unter einem noch ganz anderen Namen erschienen, unter einem so genannten geschlossenen Pseudonym. Aber es sind siebzehn, ich habe nachgezählt. „Die Lieferantin“ … „Die Lieferantin“ weiterlesen

„Lasst uns unsere Geheimnisse!“

Die Berliner Zeitung bat mich, noch einmal etwas zum Thema Pseudonyme und Elena Ferrante zu schreiben. „Für manche Menschen ist mein Name nicht mein Name, weil ich früher einen anderen hatte. Ich mochte meinen Geburtsnamen allerdings nie, und ich stürzte mich vor zehn Jahren freudig auf die Möglichkeit, mir nicht nur selbst einen anderen aussuchen zu dürfen, sondern ihn auch gleich ernsthaft mit mir herumzutragen … „Lasst uns unsere Geheimnisse!“ weiterlesen

Ministerium für öffentliche Erregung

Ursprünglich veröffentlicht auf [ˈiːbʊks] Elektroprint:
von Amanda Lee Koe. Wer denkt bei Singapur nicht als Erstes an Singapur-Airlines? An Stewardessen mit adretten Frisuren, die Mütze leicht kess schräg auf dem Haar, lieblich lächelnd ein Tablett der Kamera entgegen streckend?  Meine zweite Assoziation zu Singapur hat mit dem Wort Tigerstaat zu tun,  Wirtschaft, Finanzzentrum. Das ist nicht richtig: Der Name Singapur stammt… Ministerium für öffentliche Erregung weiterlesen

Tod eines Pseudonyms

Eine englische Freundin erzählte mir vor einem halben Jahr begeistert von einer italienischen Autorin, die unter Pseudonym publizierte und großen Erfolg in Großbritannien hatte. Einen Überraschungserfolg. Sie wurde rauf und runter gefeiert, aber an zwei Dingen störte sich meine Freundin: Erstens fand sie, dass die Covergestaltung dem Buch nicht wirklich gerecht wurde, aber damit müssten schreibende Frauen nun mal häufig genug leben. Zweitens war sie schrecklich davon genervt, dass im Zuge der Spekulationen darüber, wer hinter dem geschlossenen Pseudonym wohl stecken könne, Stimmen laut wurden, die die Meinung vertraten, der Roman müsse von einem Mann geschrieben worden sein, er sei – auch sprachlich – einfach zu gut. Mal abgesehen davon, dass es sich um die Sprache der Übersetzerin handelte, die angeblich zu gut für einen von einer Frau geschriebenen Roman war – die Diskussionen, dass nur Männer literarisch anspruchsvoll schreiben und Frauen es mehr so mit adjektivlastigen Genreschnulzen haben, ist so unglaublich ermüdend, aber sie stirbt einfach nicht weg. „Tod eines Pseudonyms“ weiterlesen

St. Andrews, the city of ye olde universities, púcas and a certain golf course

Ursprünglich veröffentlicht auf Weyward Sisters Publishing:
When I was a girl, one of my favorite books was The Secret Garden. This was the reason behind my earliest international travel wish: to visit the Scottish moors. The irony in the end is that, despite all of my European travels, I have never made it to Scotland. However, each time I see photos of Scotland, I… St. Andrews, the city of ye olde universities, púcas and a certain golf course weiterlesen

Die Welt spiegeln – die Welt verändern #lar16

Ich fasse hier noch mal ungefähr zusammen, worüber ich bei der Leipziger Autorenrunde 2016 gesprochen habe. (Und wenn ich daran denke, wie das Geschlechterverhältnis dort in den vergangenen Jahren war, frage ich mich, warum es nicht Leipziger Autorinnenrunde heißt?)

 

Autor*innen erzählen oft sehr viel mehr, als ihnen möglicherweise bewusst ist. Jede Geschichte bildet eine erzählerische Wirklichkeit ab, und die Autor*innen setzen diese. Vieles davon geschieht bewusst, vieles unbewusst. IMG_20130128_193245Nicht selten werden diese Wirklichkeiten in den Geschichten auch sehr bewusst von den Verlagen gesetzt, indem beispielsweise in Richtlinien für gewisse Romanreihen (z.B. Heftchenromane und deren Nachfolge) genau vorgegeben ist, welches Alter die Protagonist*innen haben sollen, welche Berufe erwünscht sind und welche nicht, dass der Mann beruflich und sozial über der Frau zu stehen hat, bis hin zu Warnhinweisen, dass bestimmte Nationalitäten, Hautfarben, Religionszugehörigkeiten etc. nicht erwünscht sind. Alles im Namen der Lesenden, oder im Namen des Marktes, der Verkäuflichkeit, will sagen: Möge sich bloß niemand an etwas Fremdartigem stoßen, sollen alle bitteschön beim Lesen unfallfrei über die Buchstaben segeln.

IMG_20130413_225224Dadurch werden bestimmte Gesellschaftsbilder, Verhaltensweisen, Meinungen usw. gesetzt, verfestigt, behauptet. „Die Welt spiegeln – die Welt verändern #lar16“ weiterlesen