Über-setzen.

Vordergründig mögen sich die Wogen wieder geglättet haben, die Thomas Wörtches Polemik gegen die Krimimimi und ihre Aussage, Übersetzer*innen seien, wie beispielsweise die Partner*innen von Autoren*innen, kaum wahrgenommene Geburtshelfer*innen der Werke und damit für die Leserschaft irrelevant, hervorrief. Natürlich tut Polemik weh, soll sie ja auch. Die unbedachte Äußerung bezüglich des Stellenwerts, den Übersetzer*innen haben, tut uns, die wir übersetzen, allerdings auch weh, und nicht erst seit Krimimimi meint, wir seien in der Wahrnehmung der Lesenden so wichtig wie die Haustiere der Autor*innen, weshalb niemand so etwas wie eine*n Lieblingsübersetzer*in habe. Was natürlich Quatsch ist. Als Harry Rowohlt starb, ließ sich das sehr schön besonders in den sozialen Medien nachlesen. Da ging es nicht nur darum, wie er Texte übersetzt und vorgetragen hat, sondern vor allem auch um die Vermittlung eines Irlandgefühls für viele. Aber nun, das war Harry Rowohlt, und ansonsten müssen die Übersetzer*innen wirklich immer sehr um ihre Wahrnehmung kämpfen. „Über-setzen.“ weiterlesen

Hinter „Schwarzblende“

(Geschrieben für Claudias Bücherregal) Vor zwei Jahren töteten zwei Männer in Südlondon den Soldaten Lee Rigby. Erst überfuhren sie ihn, dann hackten sie mit Messern auf ihn ein. Einer der Täter überquerte die Straße und gab einem Passanten eine Art Interview. Oder vielmehr, er sprach seine Rechtfertigung der Tat in dessen Handykamera. Er war sich bewusst, dass er gefilmt wurde. Er wollte gefilmt werden. Er … Hinter „Schwarzblende“ weiterlesen

Frauen und ihre Literatur.

(Artikel für: Publik Forum, Dezember 2014) Es ist erst wenige Jahrzehnte her, da hatte der Begriff Frauenliteratur den Klang von Gleichberechtigung und politischem Aktivismus. In dieser Zeit gab es in vielen Städten Frauenbuchhandlungen. Viele öffneten sich im Laufe der Zeit einem breiter interessierten Publikum, sehr viele mussten trotzdem schließen. Weil viele Buchhandlungen schließen mussten. Aber auch, weil etwas mit dem Begriff Frauenliteratur passiert war: Was … Frauen und ihre Literatur. weiterlesen

Schwarzblende – „Die Realität hat mich überholt.“

Ab morgen (Montag) gibt es „Schwarzblende“ überall, aber Kommentare im Buch, die auch noch von mir oder anderen beantwortet werden, gibt es nur bei Sobooks. Die Sobooks-Redaktion stellte mir auch ein paar Fragen zum Text, hier zu finden als Miniinterview. „Die Realität hat mich natürlich überholt, und es wurde ein anderes Buch daraus. Als ich das Expose geschrieben hatte, gab es noch nicht den IS in der Form, es … Schwarzblende – „Die Realität hat mich überholt.“ weiterlesen

Schwarzblende. Warum das Buch verschoben wurde.

Das Buch ist fertig, ich jetzt allerdings auch. Und ich habe den Eindruck, dass ich diesmal sehr viel länger brauchen werde, um mich zu erholen, als sonst. Ich habe auch sehr viel länger zum Schreiben gebraucht, und sehr viel mehr umgeschrieben als sonst. Umgeschrieben, weil mich immer wieder die Realität eingeholt hat. Länger gebraucht, weil mich die Recherche doch mehr vereinnahmt hat, als ich vorher … Schwarzblende. Warum das Buch verschoben wurde. weiterlesen

Der Musikant

(Kolumne für die Sendung LiteraturEN auf SWR2) Mein neuer Nachbar. Er ist gar nicht mehr so neu, eigentlich. Immerhin wohnt er schon über ein Jahr unter mir. Aber ich habe ihn noch nie gesehen. Sonst kennen sich im Haus alle, nur ihn kennt tatsächlich niemand. Ihn nie zu sehen, wäre gar nicht mal so schlimm, wenn ich ihn nicht dauernd hören würde. Mein neuer Nachbar … Der Musikant weiterlesen

Bahnfahren, irgendwann mal im August.

Letztens so. Ich wollte nur mit dem ICE von Düsseldorf nach Berlin, was eigentlich ganz gut geht, theoretisch. Man steigt ein, arbeitet oder liest gute fünf Stunden, isst was, trinkt was, geht aufs Klo, steigt wieder aus und ist da. Ich aber darf nicht mal einsteigen, weil man mir sagt, dass der Zug überfüllt ist und ich keine Reservierung habe. Es ist Samstag, ich bin … Bahnfahren, irgendwann mal im August. weiterlesen

SWR2 – LiteraturEN – Kolumne

Es gibt eine sehr schöne Sendung auf SWR2, „LiteraturEN“, einmal im Monat, Gerwig Epkes stellt sie zusammen und moderiert sie. Außergewöhnliche, ungewöhliche Bücher und AutorInnen werden da vorgestellt. Und ab sofort darf ich die Kolumne, die am Ende jeder Sendung kommt, schreiben und vorlesen. Große Freude, große Ehre. Hier zum Nachhören. SWR2 – LiteraturEN – Kolumne weiterlesen